Petition gegen den Stellenabbau bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock in Schwerin überreicht

Am 4. Mai 2017 übergab der Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e. V. , Dr. Thomas Diestel gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Vereins in Schwerin dem  Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Landtages MV, Manfred Dachner 14.125 Unterschriften gegen den geplanten Stellenabbau  bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock.

Viele Mitglieder des Theaterfördervereins hatten sich an der Petition beteiligt. Durch die Teilnahme von 3 Mitgliedern in Schwerin zeigte sich unser Verein solidarisch mit den erhobenen Forderungen.

Bericht auf der Internetseite des Schweriner Landtages

Wir sagen Dankeschön!

Der Theaterförderverein blickt auf ein intensives Jahr 2016 zurück.

Wir haben außer unserer Mitgliederversammlung und mehreren Veranstaltungen die Tradition unserer Theaterexkursion fortgeführt. Wir haben uns unverändert für vier Sparten eingesetzt und einen ideenreichen wie energischen Intendanten verabschiedet.

Dem neuen Intendanten und seiner Mannschaft wünscht der Verein Kraft und Glück, um das Theaterschiff auf Kurs zu halten. Wir sind stolz auf den von uns organisierten ersten Theaterbus zu Beginn der neuen Spielzeit und werden im Januar mit den Vorbereitungen zum Publikumspreis ins Neue Jahr starten. Vor allem aber möchten wir uns bei Ihnen, den  Rostockerinnen und Rostockern, bedanken, die 2016 ihr Volkstheater unterstützt und verteidigt haben!

Es bleibt dabei – Theater schadet der Dummheit, sonst niemandem!
Wir wünschen dem Ensemble, den Mitarbeitern sowie dem Publikum ein erfolgreiches Theaterjahr 2017!

Antje Jonas
Vorsitzende

Statement des Vorstandes zur Kulturpolitik des Landes

Liebe Theaterfreunde!

Am 10. August lud die Ostsee-Zeitung im Vorfeld der Landtagswahl die Spitzenkandidaten der demokratischen Parteien ein.

Im Vorfeld waren Fragen der Wähler bei der OZ eingegangen. Nur wenige ausgewählte Fragen wurden im Verlaufe des zweistündigen Abends den Kandidaten gestellt. Die Dramaturgie der Veranstaltung bot den Politikern viel Zeit und Raum für ihre Statements.

So wichtig und richtig diese Veranstaltung war: Der Wähler war doch wieder vor allem der Zuhörer. Nur wenige Fragen und Zwischenrufe erreichten akustisch das Podium. So war es uns als Verein nicht möglich, Kritik an der Kulturpolitik und an der Theaterreform zu üben.

Grundlage der geplanten kurzen Anmerkung war das im Vorstand entstandene längere Statement, das wir hiermit bekannt geben. Auch in den nach dieser Veranstaltung in der OZ veröffentlichten Profilen und Zielen einzelner Parteien und Kandidaten fehlen Aussagen zur Kulturpolitik zur Gänze!

Die kulturpolitische Kompetenz tritt nicht in Erscheinung!

Statement zur Kulturpolitik des Landes

Statement des Vereins zur fristlosen Kündigung des Volkstheater-Intendanten Sewan Latchinian

Als Sewan Latchinian, der von den Stadtoberen erwählte Intendant, nach Rostock kam, erwarteten Politik, Verwaltung sowie auch das Publikum neuen Schwung für das von vielen als lethargisch wahrgenommene Vier-Sparten-Volkstheater. Der Theatermann machte sich an die Arbeit und versetzte mit seiner Energie und Leidenschaft die Rostocker in Erstaunen.

In nur zwei Jahren kamen zustande: zwei bemerkenswerte Theaterspektakel, mehrere Uraufführungen, darunter ein Text von Uwe Johnson. Gespielt wurde in der Brauerei und im Bunker, im Zoo und auf der Hohen Düne. In der Kleinen Komödie gelang die Sommerbespielung. Die Theaterkantine lud nach Vorstellungsende die Zuschauer zu Gespräch und Wein. Ein neues Format, der „Denkraum“, ging an den Start. Und so auch die Bürgerbühne und das Puppenspiel. Bis heute fährt die blaue Theaterstraßenbahn durch Rostock und kündet von dem Potenzial und Aufbruch des Volkstheaters unter dem Intendanten Sewan Latchinian. Zwei und oftmals drei Vorstellungen täglich sorgten dafür, dass das Theater vom Stadtvolk wieder wahrgenommen wurde. Wer versucht, dem Intendanten und dem Ensemble künstlerisches Versagen vorzuwerfen, sollte gut argumentieren können.

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Online-Bürgerbeteiligung zum „Hybrid-Modell“ bis zum 25. Mai

Weiter unten finden Sie den Link zur Presseerklärung der Stadt zur geplanten Neustrukturierung des Volkstheaters Rostock –  Hybrid-Modell.

Bis Ende des Monats können Sie dort das Konzept lesen und Ihre Meinung kundtun!

Bitte teilen Sie diese Information auch mit Ihren Freunden, Bekannten und anderen Zeitgenossen, mit denen Sie im  Kontakt stehen.

Mit der Veröffentlichung ist eine Forderung des Vereins erfüllt worden. Nun ist es an uns, den Text zu lesen und Fragen zu stellen.
Bitte werden Sie aktiv! Im Juni wird es eine öffentliche Veranstaltung zum Konzept geben, auch das war eine Forderung seitens der Theaterfreunde.
So beginnt ein Prozess, endlich, an dem die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt mittels Information und Anhörung beteiligt werden. Das ist gut, das ist notwendig! Die Zukunft des Theaters geht uns alle an; wir sind das Publikum!

Im Namen des Vorstandes
Antje Jonas

Festrede anlässlich des 25. Jubiläums des Theaterfördervereins

Der 8. Februar 1991 war zweifellos ein ganz besonderer Tag. Die Historie dieses Tages vermerkt internationale Ereignisse, so etwa ein Experiment mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Japan oder die Verlegung eines Bundeswehrgeschwaders in die Türkei. Doch weitaus wichtiger scheint, was am 8. Februar 1991 sich zutrug in einer mittelgroßen Stadt, nur wenige Kilometer von der Ostsee entfernt. Rostocker Bürger gründeten sich zur Ehre und dem Theater zum Wohlgefallen einen Verein, unseren Verein! Das Datum war weise gewählt. Berühmte Geburtstagskinder wie der Schauspieler Manfred Krug oder die Maler Paula Modersohn-Becker und Franz Marc feierten und feiern mit uns! Die Geburt des Theaterfördervereins aus dem Geist des kunstsinnigen Ehrenamtes stand durchaus unter einem guten Stern, sie vollzog sich im Zeichen des Wassermannes! Alle Wassermänner aber gelten als sehr unternehmungslustig und kontaktfreudig, sie haben eine idealistische Ader und lieben ihre Unabhängigkeit. Sie agieren erfinderisch, wenn es darum geht, Ziele zu erreichen, die wichtig und richtig erscheinen.

Lieber Theaterförderverein! Du feierst heute deinen 25. Geburtstag. Den Kinderschuhen bist du damit entwachsen. Mit 25 Jahren giltst du als ein erwachsener Verein, und zugleich bist du jung, entschlossen und tatkräftig genug, das Leben in großen Schritten auszumessen, das Theaterleben, das Vereinsleben.

Das hast du getan, so hältst du es bis heute. Dafür haben die Gründungsmitglieder gesorgt und nach diesen sehr viele Rostockerinnen und Rostocker und sogar  manch einer, der aus der Ferne seine Unterstützung anbot. Du kannst stolz sein auf deine Mitglieder!

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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Herrn Professor Dr. Gerhard Maeß

Angesichts der nun schon Jahre andauernden politisch verursachten Theaterkrise in Rostock braucht es in unserer alten Theaterstadt unverändert einen starken Verein, der die Ansprüche an Bildung und Kunst verteidigt und sie zeitgemäß fordert und formuliert.

Sehr geehrter Herr Professor!

Vor nunmehr 25 Jahren haben Sie unseren Verein der Freunde und Förderer des Volkstheaters Rostock mit aus der Taufe gehoben. Vom ersten Tag an bis zum heutigen 31. März des Jahres 2016 galt Ihr großes Engagement als Mitglied des Vereins und als langjähriges Vorstands- und Beiratsmitglied dem Werden und Wachsen des Theaterfördervereins. Ihrer bürgerschaftlich- demokratischen Gesinnung, Ihrem Kommunikationstalent, Ihrer unerschütterlichen Zuversicht haben wir alle es zu verdanken, dass sich unser Verein im Laufe der Jahre sehr wohl zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Stadt entwickeln konnte. Im kulturpolitischen Raum unserer Kommune ist der Theaterförderverein dank Ihres unermüdlichen und jahrelangen Wirkens zu einem Ansprechpartner geworden, den man kennt und dessen Engagement viele Bürgerinnen und Bürger schätzen. Unser ehrenamtlich arbeitende Verein an der Seite des Theaters wird beachtet, geachtet und sogar gefragt, wenn es um strategische Linien geht, die in die Zukunft weisen. Ohne Sie, Ihre Ideen und nicht zuletzt Ihren unverwechselbaren Humor, ohne Ihr wohltuendes, motivierendes festes Vertrauen auf eine produktive Zeit nach der Theaterkrise, ohne die vielen Stunden Ihrer ehrenamtlichen Arbeit stünde der Verein nicht da, wo er heute steht.

Wir möchten uns bei Ihnen für Ihre große Leistung zum Wohle des Vereins und des Volkstheaters Rostock mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in unserem Theaterförderverein bedanken!

Auf dem Wege Ihrer weiteren Genesung begleiten wir Sie alle mit unseren besten Wünschen. Bleiben Sie uns auch künftig so verbunden wie bisher.

(Die Ehrenmitgliedschaft wurde auf der Mitgliederversammlung am 31.3.2016 beschlossen )

Schreiben des Vorstandes an den Präsidenten der Rostocker Bürgerschaft und dessen Antwort zum Thema Bürgerbeteiligung

Sehr geehrter Herr Präsident der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock!
Sehr geehrter Herr Dr. Nitzsche!

Im Namen des Vorstandes des Theaterfördervereins wende ich mich an Sie in folgender Angelegenheit:

Seit einigen Tagen liegt das Konzept des Kaufmännischen Geschäftsführers
des Theaters zum strukturellen und inhaltlichen Umbau des Volkstheaters
Rostock vor.
Im Rahmen der Zielvereinbarung war unseres Wissens eine
Bürgerbeteiligung geplant.
Auf der letzten Bürgerschaftssitzung Anfang März, so unser
Kenntnisstand, sollte noch einmal über die Bürgerbeteiligung angesichts
des vorliegenden Konzeptes gesprochen werden.
Leider konnten wir der Presse nicht entnehmen, was die Bürgerschaft in
diesem Punkt konkret beschlossen hat und ggf. bereits im Begriffe ist
umzusetzen.

Der Verein erwartet vom Rostocker Stadtparlament eine zeitnahe Reaktion
auf die auf der Demonstration Ende Februar formulierte Bitte oder
Forderung, für die Veröffentlichung des Konzeptes zu sorgen.
Es wurde auf dem Bürgerinformationssystem der Hansestadt zwar
veröffentlicht, wird aber von vielen Bürgerinnen und Bürgern dort nicht
gefunden! Auch ein Bürgerforum stellt sich uns als unabweisbar dar.
Die Chancen und Risiken eines Umbaukonzeptes müssen mit dem Rostocker
Theaterpublikum und allen an der kulturellen Entwicklung dieser Stadt
Interessierten besprochen werden.

Wir bedanken uns für Ihre Rückmeldung zum Stand der Dinge vorab sehr
herzlich.

Hochachtungsvoll

Im Namen des Vorstandes der Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.
Antje Jonas

Antwortschreiben des Präsidenten Dr. Nitzsche

Antwort des Bürgerschaftspräsidenten.pdf

Zwischenruf!

Die Debatte um das Volkstheater Rostock wird weitergehen. Auch nach dem Gesellschafterbeschluss und dem nun vorliegenden Konzept wird die Debatte weitergehen.

Das Misstrauen gegenüber dem Gesellschafter, gegenüber der kulturpolitischen Kompetenz von vielen Mitgliedern der Bürgerschaft und der erpresserischen Landestheaterpolitik ist zu groß geworden.

Sehr viele Rostockerinnen und Rostocker argumentieren seit Jahren, dass ein starkes Stadttheater für das kulturelle Niveau der Stadt und gleichermaßen die kulturelle Ausstrahlung der Stadt unverzichtbar ist. Unablässig haben Rostocker und Rostockerinnen daher versucht, dieser Erkenntnis Ausdruck zu verleihen. Der Eindruck drängt sich auf, dass diesem Engagement letztlich kein Erfolg beschieden war.

Rostock hat seit der Wende seine kulturelle Identität nicht gefunden! Der Theaterförderverein erwartet dieser Tage von der Bürgerschaft, dass der nun einsetzende Prozess der Kommunikation und Argumentation des vorliegenden Konzeptes bürgernah erfolgt. Ein Bürgerforum ist unabweisbar. Das Rostocker Theaterpublikum hat Fragen zu den Chancen und Risiken des im Konzept dargelegten Vorgehens zum strukturellen und inhaltlichen Umbau des Volkstheaters. Es erwartet nach seinem großen bürgerschaftlichen Engagement  zugunsten eines Vier-Sparten-Hauses überzeugende Argumente seitens der Kommunalpolitiker, des Gesellschafters und des Geschäftsführers des Volkstheaters.

Der Intendant hat mehrfach öffentlich seine Kritik an dem Konzept formuliert. Dies geschah zuletzt auf der Theaterdemonstration am 27. Februar.

Es steht einiges auf dem Spiel. Die Ansichten und Argumente des Theaterpublikums anzuhören und in den Gesamtprozess der politisch erzwungenen Umstrukturierung des Volkstheaters Rostock einzubeziehen ist unumgänglich geworden, um der Demokratie gefährdenden weiteren Entfremdung zwischen dem  politischen Raum und der Stadtgesellschaft zu begegnen.

Antje Jonas
Vorsitzende der „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.“