„Ich bin im (Volks-)Theater zuhause“
Ein erstaunlicher Satz für die in Rio de Janeiro geborene Chorsängern Any Lima, der das Musikalische nicht in die Wiege gelegt wurde, da weder Eltern noch Geschwister eine Affinität zur Musik an den Tag legten.
Durch die Gesprächsführung unserer gut vorbereiteten Moderatoren Ute Römer und Nils Pille erfuhren wir sehr viel über den Lebens- und Berufsweg unseres Gastes, beginnend damit, dass sie mit 19 Jahren anfing, am Konservatorium in Belém Musik zu studieren. Gitarre und Klavier brachte sie sich nebenbei selbst bei, studierte zusätzlich Musikpädagogik und BWL. Es folgte ein Gesangsstudium, und sie nahm schließlich Kontakt mit der Rostocker HMT auf, wo sie 2004 die Aufnahmeprüfung bestand.
So gelangte sie in einem November nach Deutschland, wo sie, die aus dem immer grünen und immer warmen Brasilien kam, erstaunlicherweise von den Bäumen ohne Laub und den kühlen Temperaturen fasziniert war. Nach dem Abschluss 2008 ergab sich die Möglichkeit eine feste Stelle im Opernchor des Volkstheaters zu bekommen.
Durch die beruflich gesicherte Stellung konnte sie für sich und ihre Kinder ein dauerhaftes Zuhause schaffen. Zuhause im Volkstheater fühlt sie sich andererseits dadurch, dass sie durch zahlreiche Proben und Auftritte einen Großteil ihrer Lebenszeit im Theater verbringt. Sie gab auch einen Einblick in die Besonderheit des Singens im Opernchor. Diese besteht für sie darin, dass sie ihre eigene Stimme (Sopran) nie hört, da sie ständig von anderen Sänger*innen umgeben ist.
Dass ihre Stimme sich auch solo gut hören lässt, demonstrierte sie eindrucksvoll anhand zweier Gesangseinlagen, die sie, durch Ralph Zedler begleitet am Klavier, am Beginn und Ende des Interviews gab. Wir hörten ein Stück von Heitor Villa-Lobos, das brasilianische Folklore verarbeitet und zum Abschluss einen Bolero.
Nach der Verabschiedung unserer Gäste folgte wie gewohnt der lebhafte Austausch unserer Mitglieder über das soeben Gehörte und diverse weitere Themen rund um das Volkstheater und darüber hinaus. Wir bedanken uns herzlich bei Any Lima und Ralph Zedler, unseren engagierten Moderatoren, vor allem aber auch der Crew des Volkstheaters, die uns wieder erstklassig mit Technik und Service unterstützte.
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Text und Fotos: Fedor Jokisch

